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Meditation auf dem Prüfstand
Foto: iStock.com/Marcus Lindstrom

Ruhe
Meditation auf dem Prüfstand

Dr. med. Lydia Binus
Allgemeinmedizin

Dr. Daniel Binus
Klinik-Leiter, «Beautiful Minds Medical»

Ängste, Depressionen, Burnout, Überforderung! Immer mehr scheinen die Menschen heutzutage von psychischen Erkrankungen bedroht oder betroffen zu sein. Statistisch gesehen stehen 60 – 90 % aller ärztlichen Konsultationen im Zusammenhang mit stressbedingten gesundheitlichen Leiden.

Achtsamkeit & Meditation ...?
Da stellt sich ganz unweigerlich die Frage nach ganzheitlichen Lösungsstrategien und Heilungsmöglichkeiten für ein immer größer werdendes, gesellschaftsübergreifendes Problem. Gleichzeitig ist der Begriff «Mindfulness» – Achtsamkeit – in aller Munde, und Praktiken wie die Meditation oder das kontemplative Gebet erfreuen sich großer Beliebtheit – mehr denn je. Und natürlich, wer würde da nicht aufmerksam werden, wenn es etwas gibt, was eine Verbesserung des Blutdrucks, des Cholesterin-Spiegels, der Arteriosklerose, der koronaren Herzkrankheit, der kognitiven Funktionen und des Immun­systems sowie die Linderung von chronischen Schmerzen und Fibromyalgie-Symptomen, eine Gewichtsreduktion und sogar eine höhere Lebenserwartung verspricht! Tatsächlich berichten zahlreiche Magazine und Artikel von den Vorzügen und positiven Effekten von Achtsamkeit und Meditation. Diese sollten generell die Stimmung verbessern, die Rückfallhäufigkeit bei Depressionen verringern, die Raucher- und Alkoholentwöhnung ermöglichen, Ängste und Sorgen lindern, Essstörungen heilen und die Aufmerksamkeit verbessern. Demnach müsste die Meditation einer Art «Panazee» (Das Wort Panazee stammt aus der griechischen Mythologie, von der Göttin Panakeia, welche dem Mythos nach alles heilen konnte und demnach für Dinge oder Praktiken steht, mit welchen man alles heilen könne) – einem Universalheilmittel – gleichkommen und «für alles gut sein».

Doch ist Meditation tatsächlich eine Panazee, also DIE Lösung für alles? Oder ist uns bisher nur die he-rausragende Spitze eines Eisberges bekannt, dessen Unterbau eigentlich noch sehr verborgen und kaum erforscht ist?

Es gibt eine Vielzahl von Meditationsarten: Vipassna-Meditation, Mantra-Meditation, Mindfulness-Meditation, transzendentale Meditation, atemfokussierte Meditation, Kripalu-Yoga, Kundalini-Yoga und das kontemplative Gebet etc. Alle haben laut Forschung dieselben gemeinsamen Auswirkungen auf den Körper und das Gehirn. Unabhängig von der Meditationsart konnte man nachweisen, dass sich durch das Meditieren sowohl die Herz- als auch die Atemfrequenz verringert. Außerdem sinken während der Meditation der Sauerstoffverbrauch und der Blutdruck. In den Hirnstromkurven nimmt die Aktivität der «langsamen Wellen» deutlich zu. Und tatsächlich wird durch das Meditieren eine Entspannungsantwort des Körpers bewirkt.

Interessanterweise gab es bislang jedoch nur eine prospektive Langzeitstudie, welche sich auch mit den Nebenwirkungen der Meditation auseinandergesetzt hat – die Shapiro Studie, welche 1992 publiziert wurde.

 

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