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Wie perfekt muss perfekt sein?
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Mäßigkeit
Wie perfekt muss perfekt sein?

Melanie Kluge
Studentin der Psychologie
Murrhardt, D

Bin ich ein Perfektionist?

Perfektionismus betrifft viele – vielleicht bügeln Sie das Hemd keine Stunde lang, damit es auch ja perfekt ist. Sie schreiben keine seitenlangen Listen mit den Dingen, die noch zu erledigen sind. Aber vielleicht sind Sie sehr hart zu sich selbst, wenn Sie einen Termin vergessen haben, oder wollen Ihrem Chef, Ihrem Partner oder Ihren Kindern immer alles recht machen. Oder Sie sind nie zufrieden mit Ihrem Aussehen. Perfektionismus kann verschiedene Formen und Ausprägungen annehmen.

Bei mir zeigt sich der Perfektionismus beispielsweise, wenn wir wegfahren – und damit meine ich nicht nur den Urlaub, sondern auch den Gottesdienst. In der Eile des Aufbruchs gerate ich meist in leichte Panik, etwas vergessen zu haben. Habe ich alles dabei? Ist alles geregelt und organisiert? Nichts untergegangen? Mein Mann muss mich dann regelmäßig auf den Boden der Realität zurückholen und mir sagen, dass die Welt selbst dann nicht untergeht, wenn ich mein Liederbuch nicht dabei habe, und man sogar an Tankstellen einen Ersatz für vergessene Zahnbürsten kaufen kann.

Was ist so schlecht am Perfektionismus?

Wissenschaftler sind sich einig, dass Perfektionismus zahlreiche negative Folgen nach sich ziehen kann – diese reichen von Depressionen über Essstörungen bis zur erhöhten Wahrscheinlichkeit, Selbstmord zu begehen. Auch in geringer Ausprägung macht uns das Streben nach Vollkommenheit oft unglücklich und unzufrieden.

Perfektion ist eine Illusion

Perfektion ist unerreichbar. Man kann sich noch so viel Mühe geben, es könnte immer noch ein klein bisschen perfekter sein. Es wird immer Menschen geben, die noch schönere Torten backen oder noch bessere Sportler sind. Außerdem gibt es Menschen, denen man es prinzipiell nicht recht machen kann. Egal, was man tut, es ist nie gut genug. Die Suppe ist entweder zu kalt oder zu heiß – eine richtige Temperatur scheint es gar nicht zu geben. Und es allen Menschen gleichzeitig recht zu machen, ist sowieso unmöglich. Selbst wenn man übernatürliche Kräfte und fünfzig Stunden Zeit pro Tag zur Verfügung hätte, gäbe es widersprüchliche Wünsche, die nicht zu erfüllen wären. Wenn sich die Tochter einen Hund wünscht und der Sohn auf keinen Fall einen Vierbeiner in die Familie aufnehmen möchte, ist das schlichtweg nicht vereinbar.

 

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